Hautarzt
Bei Jörg Lang geht heute nicht die Sprechstundenhilfe persönlich ans Telefon. Stattdessen meldet sich der Anrufbeantworter.
Stellen Sie sich vor, es ist September 2009 und Sie haben sich verwählt.
Aha. In den folgenden dreißig Sekunden geht es darum, wie wenig Herr Lang verdient und dass deshalb die Praxis heute keine Telefongespräche annehmen kann, weil man sich auf die “bevorstehende Katastrophe” in der Gesundheitspolitik vorbereiten müsse. Wenn nämlich bestimmte Parteien, darunter die “Ost-CDU” so weitermachten, dann stünde Gesundheitsdeutschland vor dem Untergang. Man solle sich bitte an die Ambulanzen der Münchner Hautkliniken wenden.
Vielleicht sollte man sich lieber an die AOK wenden, um sie darauf hinzuweisen, dass Herr Lang offensichtlich gar keine Lust mehr hat, Patienten zu behandeln und ob man nicht überlegen sollte, ihn von der Last der Kassenpatienten zu befreien. Er kann dann zukünftig gemeinsam mit seinen Privatpatienten auf das Kassensystem schimpfen und wie alle anderen mehr Geld für die verarmten niedergelassenen Ärzte fordern.